Stalingrad in Dresden

IMG_1266Anlässlich eines Autorengesprächs bin ich zu Gast an der TU Dresden, um ein neues Buchprojekt zu konkretisieren.
Diese Gelegenheit nutze ich zum Besuch des Militärhistorischen Museum. Man fragt sich nun zunächst, was mich als überzeugte Pazifistin in ein Militärhistorisches Museum treibt?

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Es ist das Thema “Die Schlacht von Stalingrad”, das für mich zunächst in familienhistorischer Perspektive interessant scheint, da mein Großvater an der Ostfront fiel. Andererseits reizte mich auch die Darstellung der Thematik aus der Perspektive der Soldaten selbst.

In der absolute interessanten und sehr ansprechend gestalteten Ausstellung geht es weniger um die Glorifizierung oder historische Einordnung der Schlacht selbst, sondern vielmehr um das tägliche (Über-) Leben an der Front. Zahlreiche Feldpostbriefe (inkl. Transkription!) und persönliche Utensilien deutscher, russischer  und anderer Soldaten lassen dem Besucher den Frontalltag im Zweiten Weltkrieg lebendig werden, teils schonungslos, teils mit beeindruckender Sensibilität. Darüber hinaus gibt es  zahlreiche Fotos und Originalvideoaufnahmen von Frontberichten, teils auch Film- und Fotodokumente aus Presse und Rundfunk. Ausgesprochen spannend erscheint mir auch die Gegenüberstellung der Alltagsrealität und der propagandistischen Darstellung in den Medien, die teils vollkommen absurde Züge annimmt.

Insgesamt verbringe ich tatsächlich 5 (!) Stunden in der Ausstellung, ohne auch nur eine Spur von Langeweile oder Überfrachtung. Ein großes Lob an die Kuratoren! http://www.mhmbw.de/media/documents/flyer/aktuell/Faltblatt_Stalingrad.pdf

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