Die Brockhaus Enzyklopädie – ein längst ausgestorbener Dinosaurier?

Regelmä2015_Brockhausßige LeserInnen meines Blogs und alle, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich eine große Freundin der Digitalen Entwicklungen bin und deren Vorzüge absolut zu schätzen weiß. Ohne Internet und digitale bzw. virtuelle Kommunikation kann (und will) ich mir meinen Arbeitsalltag heute kaum noch vorstellen. Dennoch gibt es sie noch – die Momente, in denen man ehrfurchtsvoll ein ganz besonderes gedrucktes Buch Händen hält. So erging es mir dieser Tage, als das Belegexemplar des Jahrbuchs 2015 der Brockhaus Enzyklopädie bei mir eintraf.

BrockhauIMG_9098s? Gibt es den denn überhaupt noch?“, werden sich jetzt viele fragen. Na klar! Die gedruckte Ausgabe wurde zwar inzwischen längst in ein digitales Angebot für Institutionen (Schulen, Unternehmen, Bibliotheken) umgewandelt (http://www.brockhaus.de/enzyklopaedie), für diejenigen, die eine Printausgabe besitzen, existiert jedoch tatsächlich ein Aktualisierungsservice in Form eines gedruckten Jahresbandes, der die wichtigIMG_9099sten Ereignisse und Einträge des Vorjahres enthält. Er erscheint im Verlag F.A. Brockhaus/wissenmedia in der Inmedia ONE GmbH, Gütersloh/München und wird redaktionell von Palmedia Publishing Services GmbH, Berlin betreut.

Die AufmachuIMG_9097ng ist wie gehabt hochwertig: Ledereinband, Goldprägung, Goldschnitt, Vierfarbdruck, Hochglanzpapier, mit zahlreichen Fotos und Abbildungen – alles Ausstattungsmerkmale, die im modernen Fachbuchmarkt seit Jahren schon dem Sparzwang zum Opfer gefallen sind.

Keine Frage: Für die Recherche von Informationen im Alltag ist das World Wide Web unschlagbar – schnell, allzeit verfügbar und über Schlagworte wunderbar nutzbar. Dennoch befällt mich beim Blättern durch das Jahrbuch eine gewisse Melancholie und die Erinnerung an meine Kindheit und Jugend, als ich im Wohnzimmer meiner Großeltern saß und stundenlang in den farbigen Bänden versank, mich immer wieder an interessanten Stellen festlas und völlig verlor und auf diese Weise an Informationen kam, die für mich spannend waren, die ich jedoch niemals aktiv gesucht hätte! Wie kann man auch Informationen suchen, von denen man nicht einmal ahnt, dass es sie gibt? Auch jetzt ergreift mich sofort wieder die Neugier und Lust, die 400 Seiten mit Muße und völlig zweckfrei und ohne Ziel zu durchstöbern! Wie schön, dass das immer noch funktioniert!

Für den Jahresband 2015 hatte ich die Ehre, 39 Lemmata – mit Schwerpunkt auf den spanisch-sprachigen Ländern – zu verfassen. Herzlichen Dank für das Vertrauen und die Freude, an einem so wunderbaren Werk mitwirken zu können.

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